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Diese 7 Musikrechte solltest du als Film-/Medienproduzent unbedingt beachten!

Musikrecht

7 Musikrechte | filmscorestudio.de

Keiner, der nicht nur privat Musik macht oder Musik anderer verwendet, kommt an der Beachtung der rechtlichen Dinge vorbei. Keine Ausnahme! Gerade wenn ich daran denke, wie viele Personen an der Entstehung eines Musikstückes beteiligt sein können, habe ich Bedenken, ob die angekündigten 7 Musikrechte wirklich ausreichen: Komponisten, Interpreten, Musiker, Texter, Tontechniker, Dirigenten, Orchester, Bands, Arrangeure usw. Für die meisten aus diesem Personenkreis gelten besondere Schutzrechte.

In diesem Artikel habe ich versucht, die wesentlichen Musikrechte in eine Übersicht zu bringen und zu erläutern. Auch wenn die Darstellung vielleicht an einigen Stellen etwas vereinfacht ist und nicht immer die juristischen Begriffe verwendet, sollte sie doch allen Film- und Medienkreativen sowie Musikern helfen, den Durchblick im Musikrecht-Dschungel zu erlangen. Denn ich finde, Recht muss auch für Kreative handhabbar und verständlich bleiben.

Erläuterung der Infografik „Rechte an Musik“

Ich selbst habe so eine Übersicht zu Musikrechten immer gesucht, aber nicht gefunden. Sie hätte mir sehr geholfen. Möglicherweise gibt es sie irgendwo, aber ich habe mir nun selbst eine erstellt und möchte sie gern weitergeben.


Los geht’s!

Zunächst einmal zeigt die Infografik die beiden wesentlichen Bereiche der Musikrechte: links die Urheberrechte und rechts die Leistungsschutzrechte.

(ZUM VERGRÖßERN AUF DIE INFOGRAFIK KLICKEN!)

Musikrechte Filmmusik Infografik

Gilt nicht nur für Filmmusik: Aufteilung der Rechte an Musik

Urheberrechte

Urheber eines Musikstückes – dazu gehören Komponisten, Texter, mitunter aber auch „Bearbeiter“ wie Übersetzer und Arrangeure – sind durch das Urheberrecht geschützt. Sie haben vor allem das Recht über die Nutzung ihres Werkes zu bestimmen.

Leistungsschutzrechte

Leistungsschutzrechte sind (anders als Urheberrechte) Rechte, die bestimmte Leistungen enthalten, die zur Entstehung des Musikwerkes beigetragen haben. Diese garantieren z.B. Musikern, die an der Aufnahme eines Musikstückes mitgewirkt haben, Mitspracherechte und bei Nutzung der Aufnahme auch eine entsprechende Vergütung. Derjenige, der die Tonaufnahmen durchgeführt hat, besitzt ebenso Leistungsschutzrechte und kann mitentscheiden, wie und zu welchen Bedingungen diese Aufnahmen genutzt werden dürfen. Hier gibt es den etwas altmodischen Begriff des Tonträger-Herstellers – man könnte auch den Begriff Record Label verwenden.

Auch wenn heute durch Computertechnik immer weniger „echte“ Musiker zu Einsatz kommen bzw. viele Musiker auch selbst im eigenen Projektstudio Aufnahmen durchführen, muss genau geschaut werden, inwieweit Leistungsschutzrechte bestehen! Ein Musiker erwirbt im eigenen Homestudio schnell selbst die Leistungsschutzrechte von Studiomusikern oder eines Tonträger-Herstellers bzw. Record Labels.

Die Rechte im Einzelnen:

1.  Synchronisationsrechte:

Das Synchronisationsrecht gestattet die Verwendung von Musik in einem Film und wird in der Regel vom Urheber (dem Komponisten) oder seinem Verlag wahrgenommen. In sehr seltenen Fällen wie Eigenproduktionen von TV-Sendern können Synchronisationsrechte von der GEMA vergeben werden.

2. Vervielfältigungsrechte:

Eine Vervielfältigung ist das Pressen einer CD oder DVD genauso, wie der Download bei iTunes. Bei GEMA-Repertoire wird das Recht durch die GEMA wahrgenommen. So muss z. B. jeder, der eine CD oder DVD pressen lassen will, im Vorfeld eine sogenannte „GEMA-Freigabe“ erhalten, die entsprechende Gebühren nach sich zieht. Gehört die Musik nicht zum Repertoire einer Verwertungsgesellschaft, muss mit den Urhebern individuell verhandelt oder eine entsprechende Lizenz der Urheber erworben werden.

3. Verbreitungsrechte:

Urheber haben das Recht über die Verbreitung der vervielfältigten Musikwerke zu entscheiden. I. d. R. betrifft das den Verkauf von CD’s, DVD’s u.ä.

4. Aufführungs- und Senderechte:

Die Bezeichnungen sind eigentlich selbsterklärend. Unter dem Aufführungsrecht habe ich der Einfachheit halber auch Rechte wie Vortrags- und Vorführungsrecht bzw. das „Recht der öffentlichen Zugänglichmachung“ zusammengefasst. Es kann eine Live-Performance (z. B. ein Konzert), das Aufführen/Abspielen des Musik- bzw. Filmwerkes oder auch das Anbieten eines Werkes auf der Website zum Download sein. Das Entscheidende ist, das die Musik öffentlich „wahrnehmbar“ gemacht wird. Das Senderecht betrifft hauptsächlich das Spielen von Werken im Radio. Aufführungs- und Senderechte werden bei GEMA-Repertoire durch die GEMA wahrgenommen und lassen sich durch entsprechende Gebühren erwerben. Bei sogenannter gemafreier Musik muss entweder selbst mit den Urhebern verhandelt werden oder es liegt eine spezielle Lizenz vor.

5. Verwertungsrechte der Künstler an ihren Musikdarbietungen:

Auch Studiomusiker, die ein Musikstück eingespielt haben, besitzen Verwertungsrechte wie die der Vervielfältigung, Verbreitung, Aufführung oder Sendung. Sie haben auch z. B. beim öffentlichen Abspielen oder Senden der Aufnahme Vergütungsansprüche, die durch die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) wahrgenommen werden.

6. Persönlichkeitsrechte der Musiker:

Hier können Künstler mitbestimmen, ob und mit welchem Namen sie genannt werden. Außerdem werden die Persönlichkeitsrechte gestärkt, da das Recht Künstler vor „Entstellung“ schützt.

7. Verwertungsrechte an den hergestellten Aufnahmen:

Die Verwertungsrechte an der Aufnahme der Musik, wie die der Vervielfältigung, Verbreitung, Aufführung oder Sendung, besitzen oft Record Label. Wenn Künstler Aufnahmen selbst verantworten, liegen die Rechte logischerweise bei ihnen selbst. Auch hier ist für etwaige Vergütungsansprüche die GVL zuständig. Übrigens nimmt die GEMA i. d. R. diese Aufgabe für die GVL wahr.


Wenn du als Filmemacher nun Musik in deinen Filmen verwenden möchtest, solltest du sicher sein, dass du keine Urheber- oder Leistungsschutzrechte verletzt.


Im Prinzip hast du 2 Möglichkeiten:

  1. Alle relevanten Rechte werden dir vertraglich von den Urhebern und Leistungsschutz-Berechtigten eingeräumt sowie ggf. durch eine Verwertungsgesellschaft wie der GEMA durch Zahlen einer Gebühr gewährt.
  2. Du besitzt/erwirbst eine Lizenz, die genau auf deine Anforderungen zugeschnitten ist.

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